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Herzensbildung Entwurf eines Konzepts für die Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen und ErzieherInnen:
1. Die heutige
Bildung: Die Betonung des Defizits Im heutigen Schulsystem wird der individuellen Begabung der Kinder kaum Rechnung getragen, da Normen vorgegeben sind, die nur einen Bruchteil der menschlichen Begabungen berücksichtigen. Folge: Statt zu erleben, dass jeder Einzelne mit seinen individuellen Begabungen „richtig“ und wertvoll ist, erfahren Schüler in der Regel eine Betonung ihrer Defizite. Damit wird ihnen vermittelt, dass sie nur etwas wert sind, wenn sie etwas tun bzw. etwas leisten, das der gesetzten Norm entspricht. Somit verlernen sie, sich selbst zu vertrauen, sich in ihrem Sein fallen lassen zu können und ihren Fähigkeiten und inneren Impulsen zu vertrauen, d.h. ihre Stärken zum Wohle aller zu leben. Lehrer (und Eltern) waren selbst einmal Schüler und haben vielfach entsprechende defizitbetonte Lernerfahrungen gemacht. Daher haben sie häufig einen hohen – wenn auch oft diffusen – Leistungsanspruch an sich selbst, somit fällt es ihnen schwer, sich zu erfahren und anzunehmen wie sie sind und damit auch das Sosein der ihnen anvertrauten Kinder wahrzunehmen und zu nähren. Daher gehen uns sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern unendlich viele Begabungen verloren. Eine der Folgen ist ein hohes Ausmaß an Unzufriedenheit, Wut, Enttäuschung, Trauer, Verbitterung, innerer Verweigerung, Kräfteverschleiß usw. aufgrund zahlreicher erlittener Verletzungen. 2. Zu viel Kopf – zu
wenig Herz Intellektuelle Fähigkeiten haben in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Daraus resultiert die Notwendigkeit, „vernünftig“ handeln zu müssen, um anerkannt zu werden. Und daher haben wir mehr oder weniger verlernt, unseren Gefühlen, unseren Körperimpulsen zu vertrauen. Man könnte auch sagen: Wir haben mehr oder weniger den Kontakt zu uns, zu unserem Körper, zu unserem Atem, zu unserem Fühlen und vor allem zu unserem Herzen und damit zu unserer Liebe verloren. Die Art und Weise, wie wir unsere Umwelt beurteilen und verurteilen, zeigt, mit welcher Härte wir uns selbst verurteilen, mit wie wenig Mitgefühl und Toleranz oder auch Herz wir uns selbst begegnen. Wir können andere nicht in ihrem Sosein lassen, da wir uns selbst nicht in unserem Sosein annehmen können. Je mehr ein Lehrer in der Lage ist, einen Schüler in seinem Sosein wahrzunehmen und anzunehmen, desto sicherer und ruhiger wird sich ein Schüler in der Gegenwart eines solchen Lehrers fühlen – unabhängig von der Leistung, die zu erbringen er imstande ist. Je mehr ein Lehrer seinen Schülern mit einem offenen Herzen begegnen kann, desto mehr sind diese in der Lage, sich zu öffnen, und desto mehr kann Lernen ganz einfach geschehen, da im Idealfall keine Verteidigungs- und Schutzmechanismen nötig sind, die Lernen in vielfältiger Weise behindern. Das heißt: Unterrichten ist in erster Linie Beziehungsarbeit.
Seminare und Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten Ziel: Entspannung und Harmonisierung, bewusstere Wahrnehmung von Gefühlen und Glaubenssätzen, Herzöffnung, Neuorientierung, Selbstakzeptanz Um diese Ziele zu erreichen, ist es für den Einzelnen wichtig, zunächst wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen, sich selbst gegenüber wieder achtsam zu werden. Daher werden in den Seminaren und Workshops in einem
ruhigen, entspannenden Rahmen Achtsamkeitsübungen angeleitet. (Einige Übungen
können – und sollten – nach dem Seminar auch ohne weitere Anleitung
selbstständig durchgeführt werden, einige sind auch für den Einsatz in
Gruppen oder Klassen geeignet.) Dabei gibt es unterschiedliche Schwerpunkte:
So wird Raum geschaffen, sich selbst in angemessenem, individuellem Tempo zu begegnen und das wahrzunehmen, was ist, ohne Erwartung, ohne Wertung, ohne Leistungsdruck. Durch eine solche Vorgehensweise geschieht immer mehr Akzeptanz und Herzöffnung sich selbst und damit auch anderen gegenüber. Je nach Schwerpunkt werden in den Seminaren theoretische Hintergründe z.B. zur Körperphysiologie beleuchtet (Stressgeschehen im Körper, Funktionsebenen des Atems, Zusammenhang zwischen Gefühlserleben und Atemfluss, Zusammenhänge Körper – Seele – Geist, Denken – Fühlen – Handeln, usw.). In einigen Seminaren liegt der Schwerpunkt auf Achtsamkeitsübungen zum Energiefluss in unserem Körper. Fazit: Die „Arbeit“ an uns selbst oder besser gesagt, die Zuwendung, die wir uns selbst geben, kommt sowohl uns selbst als auch unserer Umgebung zugute. Das heißt, je mehr ein Lehrer (auf) sich selbst achtet, sich selbst „wohl“ tut und auf seine inneren Impulse, seine Herzensregungen achtet, desto mehr tut er seinen Schülern wohl, ohne etwas tun oder leisten zu müssen.
III. Seminarthemen
(unter anderem):
Erklärtes Ziel unseres Instituts für Bildungswandel ist die Integration der Herzensbildung in die Aus- und Weiterbildung von Lehrern und Erziehern. Allerdings sollte die Teilnahme an einer festzulegenden Anzahl von Seminaren nur bescheinigt, auf keinen Fall aber benotet werden, da die Begegnung eines Menschen mit seinem Sosein ganz einfach nicht zu bewerten ist! Institut für Bildungswandel* Utting am Ammersee, 26. April 2004 * Das Institut für Bildungswandel ist das geistige Kind von Charles und Christine Warcup.
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